Monika Bender-Jochem:”Heute haben auch wir keine Landwirtschaft mehr. Es ist einfacher landwirtschaftliche Produkte im Laden einzukaufen”

Von Monika Bender-Jochem

Meine Vorfahren waren selbstverständlich noch alle Bauern. Das war damals auf den Dörfern üblich.
Im Winter strickten auch die Männer Strümpfe um sie zu verkaufen. Es war eine große Armut unter den kleinen Bauern.

Als damals um die Jahrhundertwende die Stahlindustrie Schwung aufnahm, bekamen meine Ahnen eine Anstellung in den Erzbergwerken der Umgebung.

Grubenarbeit

In den Stollen gingen sie jeden Tag zu Fuß bei Wind und Wetter, Sommer und Winter. Alleine der Fußweg bis zum Stollen führte über die nächste Dorfgrenze hinweg und betrug ca sieben Kilometer.
Im Winter gingen die jungen Männer vor den älteren Männer, um eine Spur durch den hohen Schnee zu bahnen.

Im Sommer warteten schon die Frauen auf den Feldern und die Bergleute wurden nun zu Bauern.
Kurz war die Schlafphase der Bauern in der Nacht. Zur Ruhe kamen sie nur Sonntags, denn sie waren gottesfürchtige Menschen.

Der Bauer war schon immer der, welcher am meisten “ackern” mußte.

Doch wir hatten immer Fleisch von unseren Schweinen, Eiern von den Hühnern, Obst, Getreide und Gemüse von den Ländereien und Gärten.

Wir zogen Kälbchen auf und ließen es nach zwei Jahren vom Schlachter schlachten.
Wir ernährten unser Vieh und uns größtenteils von den Erzeugnissen die wir selbst anbauten.

Ich war nie mit meinen Eltern im Urlaub gewesen. Wie auch? Wir hatten doch Vieh was täglich gefüttert werden mußte. Alle Freundinnen waren im Sommer im Schwimmbad, die Monika mußte bei der Heu-und Getreideernte helfen. Das ärgert dann schon.

Doch ich wußte, dass die Ernte für unsere Tiere und uns unerlässlich war.

Das farbige Foto zeigt meine Mutter mit meiner Tochter auf dem Traktor und meinem Vater am Pflug bei der Kartoffelernte. Heute haben auch wir keine Landwirtschaft mehr. Es ist einfacher landwirtschaftliche Produkte im Laden einzukaufen.

Wir_bäuerl._Familie

Diese Bauern, die uns unser “täglich Brot” jeden Tag erarbeiten, sind die wichtigsten Leistungsträger unserer Gesellschaft in meinen Augen!

Mich ärgert es, wenn Menschen höhnisch sagen:” Du Bauer”, um damit auszudrücken, dass sich jemand schlecht benimmt, oder ihn als Trottel abzustempeln.

Diese Menschen würden ohne die Bauern verhungern. Das sind die Menschen die Billigprodukte kaufen und null Ahnung haben welchen Aufwand es braucht, um ein vernünftiges Lebensmittel auf den Teller zu bekommen !!!!!! Jeder sollte nur BIO Produkte kaufen! Den Biobauern geht es noch einigermaßen gut.

Guck mal in die Einkaufswagen. Nix! Den meisten ist beim Lebensmittel nur billig wichtig.
Aber Hauptsache Markenklamotten und Mercedes…..

Die Menschheit verblödet. Die denken nicht mehr nach und lassen sich somit leicht regieren.
Und das in Deutschland. Hab immer gedacht wir hätten eine gute Bildung.